Folge 3: Erfolgserlebnisse
Shownotes
Folge 3: Erfolgserlebnisse
Michael beschreibt, wie sein Ehrgeiz und das Bedürfnis nach Erfolg ihn immer stärker an die Börse ziehen. Langfristige Anlagen reichen ihm bald nicht mehr aus – er sucht Tempo, Herausforderung und ständige Beschäftigung. In kurzer Zeit erzielt er hohe Gewinne. Doch mit dem wachsenden Erfolg steigen auch der Druck und das Risiko. Eine Folge über Leistungsanspruch, Kontrollverlust und die Dynamik, die aus Trading eine Sucht machen kann..
Die nächste Folge erscheint am 24.09.
Warum dieser Podcast?
Glücksspielsucht betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Partner:innen, Familien und Freundeskreise.
Mit „Ausgezockt“ möchten wir:
- Betroffenen und Angehörigen eine Stimme geben,
- Verständnis für die Dynamik von Glücksspielabhängigkeit schaffen,
- über Risiken von Sportwetten aufklären und
- Wege in Beratung und Selbsthilfe sichtbar machen.
Der Podcast richtet sich an Betroffene, Angehörige sowie alle, die sich für Prävention und Aufklärung im Bereich Glücksspielsucht interessieren.
Hilfe & Beratung
- Informations- und Beratungsangebote: www.ausgezockt.de
- Kostenfreies Hilfetelefon Glücksspielsucht: 0800 077 66 11 (anonym und bundesweit)
Herausgeberin
Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW
Transkript anzeigen
00:00:46: Hallo und herzlich willkommen in Folge drei unserer vierten Staffel ausgezockt, Sucht umgefiltert.
00:00:52: Wir sprechen für euch mit Betroffenen.
00:00:55: jetzt ist ja Michael bei mir.
00:00:57: als die Telefone die Mikrofone aus waren hat mich ein ganz tolles Gespräch Und ich hoffe dass Michael das gleich nochmal kurz zusammen fassen kann.
00:01:06: Inhalte waren nämlich, wie es so rückblickend für ihn ist.
00:01:11: Dass er damals quasi direkt bevor wir es ins Trading einsteigen eingestiegen ist weil er hatte ja schon angesprochen ihm fehlte was das Wahnsinnsprojekt des Baby war weg die Struktur war weg.
00:01:25: und dann war natürlich die Frage Wie?
00:01:27: Was mache ich jetzt?
00:01:28: und da hatte er jetzt eben nochmal angeschnitten zurückblicken hatte Er auch ganz andere Gedanken dazu.
00:01:33: Michael magst du noch mal zusammenfassen
00:01:35: Ich versuch's gerne.
00:01:38: Ja, zu der Zeit hat sich natürlich eine gewisse Amivalenz eingestellt.
00:01:43: Zum einen ging es mir gut.
00:01:45: Es ging mir finanziell gut.
00:01:46: Ich konnte meinen Tag einteilen und in den Tag sozusagen reinleben.
00:01:50: Ich konnt mich um meine Tochter kümmern, tun lassen was ich wollte aber andererseits hat mir auch die Aufgabe gefehlt und die Action gefehlte Und auch der Strukturierte Tagesablauf gefehlt.
00:02:05: Und das weiß ich heute, rückblickend auf die Sucht wie wichtig ein strukturierter Tagesablauf ist und eine klare Beschäftigung ist.
00:02:16: Ich hatte dann damals die Gedanken was mache ich jetzt?
00:02:22: Da war dann die Überlegung ja, ich such mir einen Job und dann kam aber die Gedanken zum einen muss ich nicht arbeiten weil finanziell geht es mir gut Die Frage der Außendarstellung, die Außenwirkung.
00:02:37: Ich hatte natürlich als Unternehmer gelernt und auch aus einer Familie, die einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, dass es nicht ganz unwichtig ist was andere denken oder wie man nach außen wirkt oder sich benimmt.
00:02:49: Eigentlich sogar sehr essenziell weil du sagtest ja schon Probleme wurden eher klein gehalten?
00:02:55: Oder erst mal gar nicht so richtig angesprochen.
00:02:58: Wichtig war das es nach außeningi läuft.
00:03:00: Genau also natürlich haben wir nach auße auch bis zur Insolvenz sozusagen suggeriert, alles ist top.
00:03:06: Wobei ich das ein bisschen einschränken werde wenn ich die Geschichte gerade erzählen darf.
00:03:09: Einschränke möchte kurz vor der Insolvens ungefähr was nicht vielleicht vier fünf Monate davor hatte wir oder der Oberbürgermeister seinen Wirtschaftsbeirat das heißt er uns in Unternehmen Unternehmer Die dann immer wieder andere Unternehmen zum zur Besichtigung zum Verständnis Der Abläufe und so weiter gekommen sind eingeladen hat bei uns stattgefunden Und damals habe ich dann den Vortrag vorbereitet und auch gehalten.
00:03:36: Ich wusste ja zu dem Zeitpunkt schon, es ist recht angespannt.
00:03:38: Und ich hab mich dann entschieden auch ... Den Vortag relativ ehrlich zu gestalten, Probleme anzusprechen und zu sagen, das ist eben nicht alles nur Glänzen oder Golden usw.
00:03:48: Hab damals schon so durch die Blume suggeriert, aber es ist schwierig.
00:03:53: Wir stehen kurz vor der Insolvenz, aber da hab' ich jahre später noch viel Lob bekommen.
00:03:59: Es ist halt selten, dass jemand
00:04:02: kritische Punkte anspricht.
00:04:03: Kritische
00:04:03: Punkte, die einiges nicht nur immer im goldenen Licht stehen lassen, ansprechen.
00:04:07: Aber wie du gerade gesagt hast ... Ich war natürlich gewohnt, sozusagen die Fassade nach außen zu halten und auch zu überlegen aber in den Entscheidungen, wie finden es jetzt andere?
00:04:17: Und die Frage ist natürlich, die ich mir heute aufstelle, wie wichtig ist das eigentlich, was andere tatsächlich denken oder wie wichtig darf's mir sein oder sollte es mir sein?
00:04:29: Und damals kam mir dann die Gedanken, naja wenn ich jetzt irgendwie einfach einen Job in einer anderen Firma annehme und mache dort vielleicht den Vertrieb oder so.
00:04:36: Wie sieht das denn aus?
00:04:38: Der Gruninger der vorher große Chef und jetzt macht er das unser.
00:04:42: solche Gedanken hast du einfach.
00:04:43: und in Kombination dazu dass ich es auch nicht musste habe ich mich natürlich da auch dagegen entschieden.
00:04:50: Und würdest du auch sagen, es ist so ein Ego-Ding?
00:04:53: Also aus der Leitungsposition in einen angestellten Verhältnis zu gehen.
00:04:58: Dass das dann mit Insuffizienzgefühlen zu tun hat?
00:05:03: Das weiß ich nicht genau.
00:05:05: Ich war nie Angestellter und kannte das gar nicht.
00:05:09: So gefühlt fällst du immer weiter.
00:05:14: Du willst diesen Fall aufhalten.
00:05:16: Da kam der Brand ... Es war der Neubau, aber dann kommt die Insolvenz.
00:05:20: Da fällst du wieder Stufe tiefer und gefühlt wäre ich da nochmal eine Stufe Tiefer gefallen, wenn ich jetzt einen Job angenommen hätte.
00:05:25: Und du willst ... Du tust ja oder versuchst alles zu tun um diesen Fall zu bremsen?
00:05:30: Ja!
00:05:32: Das ist natürlich ne Mammuts Aufgabe weil eigentlich bist du ja schon in ein Unternehmen reingekommen was gelaufen ist und eigentlich hat man ja so glaube ich haben Menschen ja schon das Bedürfnis eher weiter sich zu entwickeln er aufzubauen und plötzlich fällt es zwei Stufen tiefer.
00:05:47: Es tut
00:05:49: weh.
00:05:50: Aber heute sage ich, der Gedankengang ist völlig falsch weil auch Misserfolge gehören dazu und sie werden gar nicht so bewertet wie ich dachte dass sie bewerted werden.
00:06:01: Und Ich kann heute sagen ich habe eine berufliche Laufbahn ich hab Dinge erlebt die erleben andere im ganzen Leben nicht was auch sehr wertvoll sein kann wenn du es in anderen Bereichen einsetzt sowie bei der Sucht mit dem Buch.
00:06:12: Da versuche ich es jetzt besser zu machen, nämlich sage ich, gebe jetzt was davon weiter, was ich erlebt habe, damit's andere nicht auch unbedingt erleben müssen.
00:06:20: Aber damals war nur der Gedanke wie schaffe ich das nach außen hin weiter gut aussieht?
00:06:26: Wie stoppe ich diesen Fall sozusagen?
00:06:29: und richtiger wäre gewesen zu sagen, was tut mir denn gut?
00:06:32: Und was brauche ich eigentlich?
00:06:34: Und weniger darauf zu gucken, was vielleicht andere denken ... Was dachtest
00:06:38: du, was andere denken?
00:06:40: Ja also ich dachte dass die Insolvenz sozusagen als Misserfolg, als Markel wahrgenommen wird.
00:06:47: Mark auch Leute gegeben haben, die das so gesehen haben.
00:06:51: Aber sind die wichtig für mich?
00:06:52: Das ist die Frage, die man sich dann stellen muss und ich wollte natürlich vor mir selber nicht unbedingt das so eingestehen.
00:07:01: Und für mich wäre jetzt mir ein Job zu suchen, egal ob es was für eine gewesen wäre, wäre zu dem Zeitpunkt ein Eingeständnis
00:07:08: gewesen.".
00:07:09: und noch mal eine Stufe tiefer zu gehen, aber es wäre im Nachhinein gut gewesen.
00:07:15: Und wahrscheinlich auch gar keinen Abstieg gewesen.
00:07:17: Ja...
00:07:18: Aber in dem Moment hat sich das
00:07:20: komplett
00:07:21: verkehrt angefühlt und gar nicht möglich.
00:07:23: In der
00:07:23: Kombination, dass ich's eben nicht musste wirtschaftlich gesehen habe?
00:07:27: Genau!
00:07:29: Da dast du einfach die Hoffnung, ich finde da noch einen anderen Weg und stelle mich wieder auf.
00:07:34: Aber das ist so ein Intagreinleben mit unverarbeiteten Dingen ist nicht gut.
00:07:40: Und war da für dich irgendwie ein Moment von, vielleicht sollte ich mit jemandem reden oder war das wie so ein Automatismus der abgelaufen ist?
00:07:46: Weil... Ich kann mir das auch vorstellen, dann hatte ich eben auch gerade in einer kleinen Pause gesagt dass wenn man eben aus diesen Hundert-Achzig Prozent Selbstständigkeit, Äh, Vierundzwanzig Sieben am Start plötzlich vor so einem ja freien Raum steht, der gar nicht befüllt ist, dass man da vielleicht eben auch Ja erstmal auch von diesem Stressniveau runterkommen, was man braucht ja richtig Entzug.
00:08:12: Und deswegen kann ich mir gut vorstellen dass du in dem Moment eher noch in diesen automatischen Gedanken geblieben bist und das total schwer war da erstmal diese Unruhe, diese innere Unruh auszuhalten bis der Entzug vorbei ist und man so klar sagen kann okay jetzt überlege ich mir was tut mir gut?
00:08:30: Was brauche ich jetzt?
00:08:31: Da bist du ja ganz woanders gewesen.
00:08:33: Ganz
00:08:33: anders gewesen.
00:08:35: Und ich war gewohnt und hatte gelernt zur Entscheidung, dass man eben immer so den nicht redet.
00:08:39: Und ganz schnell entscheidet es muss ja weitergehen.
00:08:41: Schnell entscheidet aber zumindest das mit sich selber ausmacht nach außen hin sagt ist alles Bestens und so.
00:08:48: vielleicht hätte es mir auch gut getan wenn Freunde oder andere Leute auf mich zugekommen werden gesagt hat Mensch die Inservenz scheiße und so dass man drüber geredet hätte.
00:08:56: Es hat aber auch nicht stattgefunden weil jeder das Thema natürlich irgendwie vermieden hat und So hat sich das reingefressen wurde nicht bearbeitet und hat sich immer tiefer gesetzt eigentlich.
00:09:05: Und ich war eben, wie es gerade gesagt habe, ich war gewohnt da mit mir die Dinge auszumachen und eben nichts mit anderen darüber zu sprechen.
00:09:12: Wie alt warst du?
00:09:14: Zwei tausend zwölf war ich vierund dreißig.
00:09:19: Auch sehr jung natürlich
00:09:21: ja.
00:09:22: Ja also heute weiß ich dass es eben viel besser ist, Dinge auszusprechen und heute weiß auch das ich über so Dinge reden kann mit blöderem Meldung, Krieg oder verurteilt werde.
00:09:34: Aber das ist natürlich immer so ein bisschen auch in der Sucht.
00:09:37: die Angst ist dass du nicht ernst genommen wirst, dass du verurtheilt wirst was es den Leuten zu viel ist und diese Dinge führen diese Gedanken führen dazu dass du ganz ganz viel mit ihr im heimlichen ausmacht und nach außen eben die Fassade aufrecht erhältst Alles Bestens.
00:09:54: Genau, und das ist ja schon auch das Muster was du gelernt hast.
00:09:57: Ja
00:09:57: total gelernt.
00:09:58: Also es
00:09:58: passt ja gut zusammen?
00:09:59: Und ich war gut da drin dann viel Fassade aufrecht zu halten.
00:10:05: Und du sagtest ja auch, da hattet ihr gerade zwei kleine Kinder.
00:10:08: also wie war das so?
00:10:09: Hattest du das Gefühl okay ich muss da jetzt irgendwie auch quasi Verantwortung tragen dass hier auch das Familienleben so weitergeht wie es bislang war?
00:10:19: Ja natürlich denkt man Das schlimme Rückblick daran, es wäre möglich gewesen ohne große Anstrengungen.
00:10:25: Also man kann eigentlich sagen alles was ich wo ich mich dann reingesteigert habe, wo ich mir angestrengt hab hat das mehr oder weniger zerstört und es hätte gar nicht gebraucht hätte ich einfach nichts getan.
00:10:36: Sie essen wir heute jetzt nicht hier über diese Geschichte sprechen und die Situation wäre eine andere.
00:10:43: aber angefangen, ich hatte vorher zwar in der Börse mal mit Aktien schon was gemacht aber relativ wenig und hatte dann aber auch Eigenkapital von fast siebenhunderttausend Euro das sozusagen zur Verfügung stand.
00:10:59: Und habe dann intensiver mit der Bösen Spekulation angefangen und hab dann relativ schnell gemerkt wenn ich mir jetzt eine Apple-Aktie kaufe ob die sich jetzt ein zwei Dollar nach oben bewegt ist irgendwie nicht spannend.
00:11:13: also drauf angelegt sollte man ja sagen, wenn man privat in Aktien investiert.
00:11:19: Kauf sie!
00:11:20: Lass die zwanzig Jahre liegen, guck gar nicht rein und guck nach zwanziger Jahren hast du Geld
00:11:23: verdient.".
00:11:24: Und
00:11:24: ich hab was anderes gebraucht zu der Zeit.
00:11:26: Ich habe eine Beschäftigung gebrauchte.
00:11:27: Ich hab ein bisschen Nervenkitzel gebraut und auch Erfolgserlebnisse gebrauchen.
00:11:34: Und auch Deftige?
00:11:34: Nicht zwei Dollar sondern...
00:11:36: Ja da hab' ich dann eben gemerkt, wenn ich jetzt aus siebenhunderttausend, siebhundert-einthausend dreihundert mache das ist Geld aber Im Verhältnis dann irgendwie fühlt sich nicht so an und da kommt natürlich auch dazu, dass an der Börse die Wertigkeit des Geldes verschwindet.
00:11:56: Also zum einen weil du mit zwei Klicks kannst du eine Million einsetzen oder tausend Euro.
00:12:01: das ist ja gleicher Aufwand Und es ist gefühlt irgendwie Spielgeld weil du's ja nicht...
00:12:08: Du
00:12:08: müsstest ja immer sagen wenn du eine Millionen auf dem Konto hast oder auf ein Depot hast dann musst du sagen zehn Porsche oder zwanzig Golfs.
00:12:17: Oder so müsstest du es.
00:12:19: ins Verhältnis tust du ja irgendwann dann nicht mehr, sondern sagst halt Ja jetzt ist gestiegen schön alles gut.
00:12:24: und deswegen habe ich dann irgendwie kann das nie gehört nicht mehr genau sagen was der Anlass oder der Auslöser war.
00:12:32: jedenfalls entdeckt dass es eben Derivate gibt mit denen du schneller mehr tun kannst.
00:12:38: also und dann kam ich zu diesen Knockout-Zertifikaten.
00:12:42: Vielleicht erkläre ich kurz, was das ist.
00:12:43: Ja gerne für die Zuhörer inne.
00:12:45: Also das ist sozusagen Finanzprodukt mit dem du bei einer Aktie oder bei einem Index überproportional Gewinne erwirtschaften kannst.
00:12:58: Dazu gehört auch überproportionale Verluste generieren kannst.
00:13:02: Mit hohem Risiko und weniger Kapitaleinsatz.
00:13:06: also wenn wir zum Beispiel bleiben es einfach bei der Plakativ bei der Millionen.
00:13:11: Für eine Million kannst du dir vielleicht zwanzig tausend Apple Aktien kaufen.
00:13:15: Wenn du eine Million diese Derivate investierst, kannst du dir vielleicht dreihunderttausend kaufen?
00:13:21: Das heißt die Bewegung, die dann sich einstellen sind natürlich um vielfaches höher Die Gewinne um vielfaches höre die Verluste aber auch.
00:13:31: Aber in dem Moment siehst du ja keine Verluster.
00:13:34: das ist gewinn oder die Gewinnmöglichkeiten.
00:13:37: und Dann hatte ich mit dem Bankberater gesprochen und habe gesagt, ich möchte die Freischaltung.
00:13:43: Du musst dir das freischalten lassen, weil du dafür eine Expertise brauchst, weil es eben zu risikoreich ist als dass jetzt jeder der mal kurz in Aktien irgendwie was machen sollte.
00:13:52: Und im Depot wurde mir dann auch angezeigt, du musst jahrelang Erfahrung haben usw.
00:13:58: Und dann hab' ich ja nicht, was mache ich jetzt?
00:14:00: Dann sagt er den Bankberat damals, setz einfach das Häckchen.
00:14:05: Damit gebe ich ihm nicht die Schuld für alles, was gekommen ist.
00:14:09: Wenn er mich mehr aufgeklärt hätte, hätte ich es auch gemacht.
00:14:12: Aber man sieht einfach ... Ich will damit nur sagen, wie schnell man da
00:14:16: einen Zugang
00:14:18: bekommt und wo man ihn eigentlich nicht bekommen sollte.
00:14:21: Aber das heißt ganz kurze Zwischenfrage?
00:14:23: Hast du dich dann eingelesen zu dem Thema oder gab es jemand anderes der sich schon auskannte?
00:14:28: Nein, Learning by Doing.
00:14:31: Und natürlich sozusagen, du fängst mal mit gewissen Einsatz an.
00:14:36: Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass man auch zwischendrin immer mal wieder in Verlustein fährt der aber dann wieder kompensiert oder verkraftet werden kann.
00:14:45: Aber ich bin relativ schnell einfach voll eingestiegen und auch mit hohen Beträgen einen hohen Stück zahlen.
00:14:51: Du versuchst deinen Gefühl dafür zu kriegen.
00:14:53: also das wollte ich es eben noch erklären diese knockout Produkte bedeutet Dass du die haben eine Barriere Und wenn diese barriere erreicht wird verfallen die Produkte ersatzlos.
00:15:03: als Beispiel Wenn der Dachs bei zwanzigtausend Punkten steht, dann kannst du mit ganz wenig Risiko oder mit ganz viel Risiko Scheine kaufen.
00:15:14: Wenn du jetzt zum Beispiel einen Knockout-Schein kaufst mit neunzehntausend Punkte, dann hast du tausend Punkte Luft sozusagen.
00:15:22: Erreichter DAX fällt der DAX aber auf Neunzehntausende ist das Geld weg.
00:15:26: Selbst wenn er danach auf vierundzwanzig Tause steigt bist du nicht mehr dabei und das kannst du sowohl auf fallende Kurse als auch auf steigende Kurze setzen.
00:15:35: Und ich hab dann da damit angefangen und im Jahr zehntausend dreizehn sehr, sehr viele Gewinne auch dann eingefahren.
00:15:44: Natürlich es geht immer ein bisschen auf- und ab aber im großen Ganzen hat sich das Depot stark gesteigert und auch Anfangs zwei tausend vierzehn noch und bin dann von den sieben hunderttausenden auf zwei Millionen gekommen.
00:15:56: in zwei Tausend Vierzehn und da muss man ja dazu sagen muss die gewinne versteuern.
00:15:59: Das heißt die zwei Millionen waren eigentlich zweikommer fünf Millionen Aber dann gehen Steuern ab.
00:16:07: Das heißt, ich war sehr aktiv.
00:16:11: Wie war das für dich?
00:16:14: Dieses Erfolgserlebnis ist ja schon krass natürlich!
00:16:17: Du kriegst halt gleich eine Rückmeldung und du nimmst dann die Rückmeltung, das hast du gut gemacht.
00:16:23: Weil du siehst es schwarz auf weiß, jetzt sind's in den Achthunderttausend, jetzt in den Achterfünfzigtausenden.
00:16:29: Das Groteske dabei ist, dass dieses Geld dann aber eigentlich die Bedeutung verliert.
00:16:33: Weil mir geht es gar nicht besser, ob das jetzt achthundertausend oder neunhunderttausend sind als siebenhundert tausends sind.
00:16:37: Mir geht's in beiden Fällen gut und das Risiko was du eigentlich eingehst Ist viel zu hoch für den ertrag, den Du erwirtschaften kannst.
00:16:46: Aber ich brauche da zu dem Zeitpunkt halt eine Beschäftigung Und du beschäftigst dich automatisch immer mehr und eigentlich irgendwann fast auch twenty four seven mit der Börse Damit du nichts verpasst weil du Wirtschaftsnachrichten, die es Unternehmensnachrichten liest.
00:17:01: Überlegst was kann welchen Einfluss auf welche einen Kurs haben?
00:17:06: Heute zum Beispiel, heutigen Zeit sagt man, wenn der Trump ein Tweet loslässt geht's an der Börse gibt's darauf dann die Antwort sozusagen und Dann wirds natürlich immer mehr weil du Zeit ist ganz kritisch an der börse.
00:17:21: eine Viertelstunde Kann die Welt bedeuten in einer viertel stunde kann sich alles ändern.
00:17:25: also Du musst eigentlich immer permanent gucken Wo stehe ich?
00:17:28: Wo steht der
00:17:29: Kurs?".
00:17:30: Und das wird dann wirklich zu einer Sucht.
00:17:33: Und auch später in der Nacht, also die Handelszeiten, indem du dir die Scheine kaufen kannst sind von acht Uhr bis zwanzig Uhr.
00:17:42: Das heißt zwischen zwei und acht Uhr kannst du nicht reagieren.
00:17:45: Egal ob die Welt zusammenbricht oder nicht, du kannst nichts tun.
00:17:49: Und trotzdem guckst du in der nacht ... Also bei den Kurzen laufen weiter.
00:17:54: Du guckest in der Nacht.
00:17:55: was tut sich damit du am nächsten Morgen?
00:18:01: Es wird dann ganz schnell eine Obsession, die aber bei der Anlageart fast notwendig ist.
00:18:09: Was aber irgendwann zum Problem wird, wenn du Abendessen gehst oder rausgehst und Leute triffst ... Du musst aufs Handy gucken!
00:18:19: Wie hast du das gelöst?
00:18:22: Das war ein bisschen später.
00:18:26: Du gehst auf Toilette, du gehst in die Küche holst ein Glas.
00:18:32: Also aber absichtlich auch ohne dass du jetzt
00:18:34: nur
00:18:35: aufs Handy gucken zu
00:18:36: können?
00:18:37: Ich kann das ja nicht da und am Tisch machen wenn alle gucken weil du willst keine Fragen beantworten was machst du da?
00:18:41: oder so und unhöflich ist es obendrauf Und du versuchst dann irgendwann dieses Thema komplett zu verstecken.
00:18:49: Das hat natürlich Einfluss auf soziale Kontakte Auf deinen Benehmen, auf deine Stimmung.
00:18:55: Wenn du gewinnst Geht's dir gut.
00:18:56: Wenn du verlierst, geht es dir ganz, ganz
00:18:58: dreckig.".
00:18:58: Und
00:18:58: würdest du sein, dass deine Partnerin das da auch gemerkt hat?
00:19:01: Dass du irgendwie sehr abgelenkt bist und dass das aufgefallen ist?
00:19:05: Dass Du nicht so richtig da bist?
00:19:07: Ja und nein!
00:19:08: Also wenn wir jetzt noch mal zurückgehen sollen im Jahr dreizehn bis vierzehn wo es gut lief... Damals habe ich das noch geteilt.
00:19:14: Damals wusste sie, dass ich das mache und das war noch irgendwie noch alles gut.
00:19:18: und dann hat sich dann eben zwei tausend vierzehnt der Totalverlust von zwei Millionen innerhalb von kürzester Zeit eingestellt.
00:19:26: Ich habe auf Google, auf steigende Kurse bei Google spekuliert und zu der Zeit kannte die Aktien nur den Weg nach oben.
00:19:34: Und dann kam die Korrektur eine kleine ganz normale Korrektor eigentlich.
00:19:39: Die hat aber für meine Für meinen Knockout den ich gewählt hatte völlig gereicht weil du irgendwann das Verhältnis ist Risiko völlig vergisst.
00:19:50: Und das heißt aber du kannst dann setzen, was du willst.
00:19:54: Es gab da kein Limit.
00:19:55: Du konntest alle zwei Millionen auf...
00:19:56: Das Limit ist mein Depot?
00:19:57: Ja.
00:19:58: Und du kannst das
00:19:59: ganze Depot auf die eine achst jetzt zum Beispiel bei Google setzen und dann...
00:20:03: Genau!
00:20:03: Und
00:20:04: würdest du jetzt Rückblicken betrachtet sagen, dass du immer Risiko reicher gesetzt hast?
00:20:11: Ja definitiv immer risikoreicher, höhere Beträge.
00:20:15: Wahrscheinlich dann auch kleinere Knockouts, höheres Stückzahlen ... Du wirst unvorsichtig und verlierst die Idee, dass man auch verlieren kann.
00:20:24: Scheitern kann, verliert man aus den Augen.
00:20:26: Und es war dann auch so, dass natürlich die Bank, wo ich das Depot hatte, da hatte ich ja auch meinen normalen Konten
00:20:33: usw.,
00:20:35: haben das natürlich gesehen.
00:20:37: Aber nichts gesagt in dem Sinne außerhalb, dass wir mal gesagt haben, gut gelaufen oder irgendwie.
00:20:42: Die haben uns nicht gesagt, deine Anlagestrategie ist völlig abartig oder mach mal die Hälfte raus.
00:20:49: Oder irgendwie hab ich es auch da im Buch geschrieben.
00:20:54: der Anlageberater hat dann mal gesagt Ich soll mir doch mal ein Teil des Depots sozusagen zur Anlage übertragen.
00:21:04: Dann treten wir gegeneinander an und guck mal wer bessere Renditen erwirtschaftet.
00:21:09: Heute weiß ich dass er mir eigentlich sagen wollte reduzier mal dein Risiko Weil er wusste, wenn es so weitergeht kann er gegen meine Renditen nicht an.
00:21:18: Aber ich unterstellen sogar wirklich positiv dass das zu einer Art war unterschwächt zu sagen nimm mal die Hälfte vom Deponix ist sicher an.
00:21:26: aber das hatte halt nicht gesagt sondern hat gesagt Mensch wir gucken mal wer der bessere ist ja
00:21:33: eigentlich Das Gegenteil.
00:21:35: So ein bisschen noch mal Konkurrieren, nochmal so einen Spiel herausmachen und eine kleine Wette eingebaut.
00:21:40: Genau.
00:21:40: Und ich wurde dann auch zu der Zeit von der Bank in die Loge in der Allianz Arena München eingeladen zu einem Bayern-Spiel weil mein Depot so aktiv war usw.
00:21:51: Und das sind natürlich Dinge, die sind schön.
00:21:53: Die geben dir aber auch die Rückmeldung du bist auf dem richtigen Weg und machst alles gut.
00:21:59: Auch wenn da Gewinn entstanden war es nicht so.
00:22:01: Und dass das Problem ist... an der Börse, du kannst von zehn Entscheidungen neun richtig treffen.
00:22:07: Die eine reicht die falsche ist um alles zu zerstören.
00:22:11: und so war es regelmäßig dann in der späteren Zeit dass das immer mal irgendwann wenn du an diesem Endlos spiel also du bist ja quasi immer investiert und irgendwann kommt der Tag wo's korrigiert vielleicht morgen vielleicht in einem Monat vielleicht nach einem halben Jahr.
00:22:27: aber der Tag kommt und er kam dann bei mir auch immer regelmäßig.
00:22:32: Spätestens nach dem Totalverlust war es dann mit dem, ich erzähle das und so weiter natürlich vorbei.
00:22:39: Dann fing's an ... Dann hatte sich diese fixe Idee bei mir von den zwei Millionen festgesetzt.
00:22:45: Da muss ich wieder hin.
00:22:46: Das war die nächste Niederlage, die ich mir nicht eingestehen wollte.
00:22:50: Und ich hatte dann fix diese zwei Millionen im Kopf sozusagen.
00:22:55: Und dann hörste aber auch irgendwann auf darüber zu erzählen.
00:23:00: Weil meine Frau hat natürlich gesagt ist blöd gelaufen, aber uns geht es gut.
00:23:05: Wir brauchen das nicht wir haben ein Einkommen, wir haben einen Haus, konstruiere ich auf andere Dinge.
00:23:11: und die Freude würde ich mir natürlich auch.
00:23:13: schon lange hätte ich mir gewünscht, ich hätte darauf hören können konnte ich aber zu dem Zeitpunkt einfach nicht.
00:23:17: Es hört sich auch so anders ging es jetzt nicht nur um das Geld sondern sagt es ja auch dass war quasi noch mal so ein Niederschlag.
00:23:23: Rückblickend gings gar nicht ums Geld.
00:23:25: also das ist ja dann die Frage der Gier.
00:23:28: Aber in dem Fall ist es die Frage der Sucht und auch der Frage des Selbstverständnisses.
00:23:37: Weil es hat für uns keinen Unterschied faktisch gemacht, ob das jetzt siebenhundertausend sind oder zwei Millionen, weil wir haben's eh nicht ausgegeben.
00:23:44: Oder?
00:23:45: Aber es war wieder ein Misserfolg.
00:23:48: Es war wieder irgendwie ein Verlust, der eingetreten ist, der die Verlustengste getriggert hat.
00:23:53: Und es war dann das erste Mal in meinen Gedanken einen Verluster umkehrbar ist.
00:24:00: Der Brand ... Die Firma war weg!
00:24:03: Die Insolvenz, die Firma war weg.
00:24:05: Zwei Millionen waren zwar weg aber ich konnte sie wiederholen.
00:24:08: Hab's schon mal geschafft?
00:24:10: Schaff' ich wieder!
00:24:11: Das ist der ganz gefährliche Gedanke dabei gewesen.
00:24:13: Deswegen sich es dann so auf diese Börsengeschichte auch fixiert hat.
00:24:17: und da begann natürlich aber dann schon das Problem... Ich hatte dann kein großes Startkapital mehr.
00:24:24: Dass du aber dann brauchst wenn du so schnell auf solche Beträge kommen willst kannst du nicht mit zehntausend Euro anfangen dafür zu spekulativ und geht natürlich auch viel zu lang.
00:24:33: Dazu kam, ich hatte eigentlich gar keinen Zeitdruck, den hab' ich mir selber gemacht.
00:24:37: Also, ich hätte ja auch sagen können, wenn ich in zehn Jahren wieder auf zwei Millionen bin ist auch gut!
00:24:41: Ich wollte aber in drei Wochen wieder dort sein.
00:24:48: Das war ein ganz toxischer Cocktail gewesen eigentlich.
00:24:51: Und Gedanken aus denen ich mich schon da nicht mehr so richtig befreien konnte.
00:24:56: Weil einfach diese Wieder-eine-Stufe tiefer, Wieder-Einverlust hat sich ganz tief eingebrannt.
00:25:03: Und wie du gesagt hast, es ging gar nicht um die Zahlen und das Geld.
00:25:05: Es gingen ganz andere Dinge wie Selbstwertgefühle, wieder die Frage... Wie wirkt das nach außen?
00:25:11: Wo es von außen gar keiner wusste?
00:25:12: Ja genau!
00:25:13: Aber ich habe mich so gefühlt.
00:25:15: Ich hab gedacht, die Leute gucken mich jetzt an und sagen guck mal da... Also Schwachsinn eigentlich, aber Gefühle sind Gefühlen.
00:25:22: Das war ja in dem Moment die Wahrnehmung und deine Realität.
00:25:26: Deine Lebensrealität.
00:25:29: Wenn deine Frau gesagt hat ist auch in Ordnung, brauchen wir sowieso nicht und es uns geht's doch gut.
00:25:34: Ist das nicht angekommen?
00:25:36: Nein,
00:25:36: wobei ich sie sozusagen diese Reaktion wahnsinnig anrechne.
00:25:41: also ja aber ich konnte einfach so... Ich konnte es nicht gut sein lassen weil ich das Gefühl hatte Es ist zweit schief gelaufen.
00:25:47: Aber ich kanns Und den Verlust kann ich wieder gut nehmen, die kann ich reinholen.
00:25:53: So der Ehrgeiz sind auch die Hoffnungen alles wird wieder gut und ich habe das drauf hab' ich schon mal geschafft
00:25:59: Genau.
00:26:00: Und das ist ein ganz gefährlicher Gedanke gewesen.
00:26:03: Richtig
00:26:04: gefährlich, ja und sehr typisch tatsächlich für die Glücksspielproblematik.
00:26:08: Ja
00:26:09: genau und dann ging es...
00:26:12: Genau der Startkapital.
00:26:14: Ich hatte noch ein bisschen zu sagen weil du wenn dir zwei Millionen verlierst ich hatte ja vorhin Steuern bezahlt kriegst du auch in deine Steuergutschrift.
00:26:21: das heißt ich war so bei zweieinhalbzig tausend die aber da nicht lang gehalten haben weil mein Risiko einfach zu hoch war.
00:26:29: Dann stand ich vor der gleichen Thematik wieder.
00:26:31: Nicht aufhören, aber eigentlich kein Geld dafür zu haben.
00:26:35: und dann war der erste Punkt gekommen wo ich dann in die Familie ran getreten bin und mir dann Geld geliehen habe Aber nicht mit der Aussage Ich brauche für die Börse sondern schon sozusagen unter einer Vorgabe schon von anderen Dingen die notwendig gewesen wären.
00:26:53: dahinter steckt natürlich der Gedanke dass mir keiner Geld gebt, wenn ich sage, ich brauche es für die Spekulation.
00:26:59: Also gewusstest du schon, dass das keine gute oder sichere Bank ist?
00:27:04: Das kann ich nicht nach außen so kommunizieren, da werden sie mir einen Vogel zeigen.
00:27:07: Die Frage ist tatsächlich... also so ist der Gedanke ob's wirklich so gewesen wäre, ist eine Frage, die hätte man ausprobieren müssen.
00:27:12: Ja genau aber du hast ja selber quasi gemerkt.
00:27:15: Genau.
00:27:15: Es erschien mir nicht plausibel und so fing das dann an mir selbst auferlegten Zeitdruck und meiner Strategie geblieben bin.
00:27:27: Und der Ungeduld hat das Geld sozusagen auch nicht lange vorgehalten, so rutscht du dann in die Spirale rein, dass du natürlich dann von Schuldgefühlen geplagt bist.
00:27:37: Also die Schuldgefühl ist zum einen es macht keinen Spaß der Familie was Falsches zu erzählen und du hast natürlich da auch kein gutes Gefühl dabei.
00:27:45: plus dann das Geld war weg!
00:27:49: Ich kann jetzt ja nicht sagen das Geld ist weg und tut mir leid so ungefähr.
00:27:54: Sondern das Geld muss ich zusätzlich zu den zwei Millionen auch wieder erwirtschaften.
00:27:59: Und die Spirale kannst du dir denken, die wird dann immer schlimmer und die Schuldgefühle, die dich dann aber auch drücken werden immer schlimer.
00:28:07: Du kannst an gewisse Dinge irgendwann nur noch ertragen, wenn du sie ausblenden lässt.
00:28:12: Weil es erst wird irgendwann zu viel.
00:28:14: Dann hatte ich aber das Problem... Ich brauche wieder Kapital zum Beginn um die sechshundert Tausend sozusagen plus die zwei Millionen nachher am Ende zu holen Und gepaart mit dem Glauben, dass es gar kein Problem ist, kriege ich hin.
00:28:33: So hat sich das dann immer mehr problematischer entwickelt und dann fing sozusagen die Zeit an in der ich dann an die eigenen Rücklagen gehen musste.
00:28:42: Sprich habe dann das Gebäude verkauft, in dem meine Firma untergebracht war.
00:28:49: Ich hab später ... die Solaranlage verkauft, die ich gebaut hatte auf dem noch damaligen Firmengebäude.
00:28:57: Und solche Dinge und das sind natürlich Dinge, die dann auch nicht unbemerkt bleiben in der engsten Familie, sprich dann in der Ehe.
00:29:05: Hat dann auch zu Spannungen geführt weil meine Frau gesagt hat jetzt muss Schluss sein und spätestens beim Verkauf der Solaranlagen, die ja mein Einkommen eigentlich war.
00:29:16: zum Zeitpunkt hat sie gesagt, jetzt ist eigentlich ein Punkt überschritten.
00:29:21: Weil das geht dann tatsächlich an die Substanz und ich hatte aber nicht erzählt, dass ich in der Familie Schulden hatte.
00:29:31: Das Schlimme ist ja eben immer, dass die Leute nicht wissen, die kennen die Hintergründe nicht oder erzählst ihr nicht?
00:29:37: Und das zwingt dich eigentlich dazu, dann immer andere Unwahrheiten und Lügen zu erzählen weil die Wahrheit ... Dafür schäumst du dich und die wird irgendwann auch zu viel, zu groß um sie sozusagen irgendwann zu sagen jetzt sehe ich mal alles.
00:29:51: Und so geht es dann natürlich immer weiter und mir ging's zunehmend schlechter.
00:29:57: Ich habe mich auch schlechter gefühlt mental schlechter Gefühlt körperlich schlechtergefühlt.
00:30:02: Die Schuldgefühle drücken ein.
00:30:06: aber ich hatte dann auch irgendwann auch tatsächlich Entzugs erscheinungen.
00:30:10: also wie ist mir bei einem drogen abhängigen oder alkoholkranken Vorstelle körperliche Schmerzen konnte keinen Sport mehr machen, habe keinen Antrieb mehr gehabt.
00:30:22: Und das einzige Heimmittel war eben Liquidität zu haben um wieder teilhaben zu können.
00:30:27: Ich hab wirklich Phasen gehabt da lag ich im Bett und konnte nichts tun.
00:30:32: Ganzem Vormittag nichts tun und wenn ich dann aber plötzlich die Zusage hatte irgendwo ... Da war ich wie es.
00:30:39: Blühende leben kann man sich gar nicht vorstellen wenn man das nicht erlebt hat dass ist dann Weiß nicht, ob Adrenalin oder was auch immer.
00:30:47: Aber jedenfalls war ich dann wie gewandelt sozusagen und es wird halt irgendwann einfach zu viel um das allein mit dir auszumachen.
00:30:54: Und ich hab dann Therapie gemacht in der sogenannten Therapie aber da war ich auch nicht ehrlich genug sozusagen.
00:31:03: und dann hilft die Therapie ja auch nicht wenn du nicht dazu bereit bist.
00:31:06: Ich habe immer gesehen, ich kann den Zustand nicht aufhören ist es zu viele Schaden entstanden und ich kann die Leute nicht enttäuschen Hier kann es nicht enden.
00:31:16: Heute weiß ich, es wäre immer an jedem der Zeitpunkte besser gewesen, wenn's geendet hätte als tatsächlich ausgeendete Zeit.
00:31:22: Ja
00:31:22: klar!
00:31:23: Am Ende war es für uns immer besser aber zu dem Zeitpunkt wusstest du ja nicht wie es weitergeht und hat das eben die Hoffnung dass alles wieder gut wird und alles wieder so wird wie vorher.
00:31:34: Genau auch wenn klar ist, dass die Hoffnungen eigentlich total trügerisch waren.
00:31:38: Und nochmal kurz zurück zu dem Punkt.
00:31:41: Also ich komme gerne noch mal auf die Therapie und gerne in der nächsten Folge.
00:31:44: Ich glaub, das braucht nochmal so einen eigenen Raum zurück.
00:31:47: aber zu der Ehe... Und als deine Frau dann eben auch schon gemerkt hat okay jetzt geht's an die Solaranlagen Das ist jetzt irgendwie alles zu weit.
00:31:55: Was hat es bei euch mit der Beziehung gemacht?
00:31:58: Also hatte sie dann genauer nachgefragt was los ist oder wie kann ich mir das vorstellen?
00:32:06: Ja natürlich hat sie nach gefragt Nur immer das gesagt, was ich jetzt gerade irgendwie sagen musste.
00:32:13: Aber natürlich ist das Thema Spielsucht dann gefallen und ...
00:32:18: Also,
00:32:18: d.h.,
00:32:18: sie hätte das schon von außen auch so betitelt?
00:32:21: Ist er da schon erkannt?
00:32:22: Ja,
00:32:22: wir haben ...
00:32:23: also Sie oder wir in jedem Fall.
00:32:26: Und dann kam eben auch sozusagen weil das der Partner nicht leisten kann, kam eben der Ruf nach einer Therapie.
00:32:33: Sprich, nach der ambulanten Therapie und die habe ich ja auch gemacht.
00:32:38: Es ging aber trotzdem weiter Und die Einschläge gingen weiter.
00:32:42: Das hat dann irgendwann auch dazu geführt, dass wir der Therapeuten oder ich gesagt habe, sie darf meiner Frau über die Therapie auskunft geben.
00:32:51: Sprich wenn nicht rechtzeitig zu Termine absagen und nicht regelmäßige Termine wahrnehmen usw.
00:32:59: Darf Sie ihr das sagen?
00:33:01: Mit welchem Ziel, wenn ich fragen darf?
00:33:03: Mit dem Ziel, dass die Therapien mit Ernsthaftigkeit betrieben wird
00:33:07: Aber dass deine Frau weiß, du nimmst es ernst.
00:33:10: Du bist da und arbeitest an dir... Genau!
00:33:13: Aber gleichzeitig heißt das natürlich nicht, dass du in der Therapie sagst was Phase ist?
00:33:18: Das
00:33:19: kann ja im schlimmsten Fall nicht mal die Therapeutin beurteilen.
00:33:21: Ja genau, eben.
00:33:21: Also wenn
00:33:22: du relativ gut darin bist irgendwie die Fassade aufrecht zu halten dann kann es keine Therapeuten leisten.
00:33:29: Es weißt du besser als ich wahrscheinlich und dass du als Therapeutin oder Thera-poit darauf angewiesen bist, dass der, der übersitzt die Wahrheit sagt.
00:33:39: Und genau das war ja mein Problem, dass ich das eben nicht konnte aus verschiedenen Gründen.
00:33:45: und es war natürlich war das Scham auch.
00:33:47: man hat auch in der Therapie ein gewisses Charme auch wenn man eigentlich weiß man ist hier gut aufgehoben.
00:33:56: Der Therapeut meint's gut mit dir ist auf deiner Seite.
00:33:59: trotzdem hat man Schamgefühle und bei mir hat ganz klar dominiert Ich muss zu weitermachen.
00:34:05: Und wenn ich jetzt alles offen lege, kann nicht mehr weitermachten.
00:34:09: und aber ich muss ja weiter machen weil es ist ja so viel Schaden standen den muss ich wieder gutmachen.
00:34:13: das war der die treibende Kraft und das haben wir auch in der therapie auch später
00:34:18: alles bei der gleichen therapeutin
00:34:20: dort ja aber später habe ich dann auch noch eine stationäre therapie gemacht und da haben wir fest schon denkt klar festgestellt dass jetzt nicht die gier mich angetrieben hat sondern diese schuldgefühle grundlegend dafür verantwortlich sind.
00:34:34: Und das hat es mir unmöglich gemacht, zu der Zeit zu sagen ich sage einfach jetzt allen Pech gehabt und ich ging nicht.
00:34:41: Das muss man auch sagen.
00:34:42: diese Beschäftigung wird zu einem treuen Begleiter sozusagen.
00:34:50: Ich hatte zu tun, war beschäftigt und hatte dadurch quasi auch einen strukturierten Tag.
00:34:56: nur halt leider war ist die falsche Struktur.
00:35:00: Aber das heißt, in erster Linie war die Therapie dafür da um deine Frau zu besänftigen.
00:35:05: Also auch ...
00:35:08: Das ist nicht richtig?
00:35:09: Nein!
00:35:10: Ich hatte schon einen Teil von mir den Willen, es richtig zu machen.
00:35:17: Ich habe bei der Therapie viele andere Dinge besprochen, die jetzt nicht um die Sucht sich gedreht haben.
00:35:20: Man kann ja über die Familie, über den Berufsalltag und man kann ja sprechen.
00:35:26: Also ich hatte schon den ehrlichen Wunsch Aber es ist mir halt in der Entscheidungsstelle einfach nicht gelungen, das richtig umzusetzen.
00:35:34: Ja was ich aber in erster Linie trotzdem anerkenne ist dass du hingegangen bist und dass nur ein Teil deiner Gedanke ja trotzdem bearbeiten konntest auch wenn du jetzt nicht mit dem Thema okay ich habe XY gemacht und das ist eigentlich das eigentliche Problem da warst aber es muss ja auch nicht sofort die Bombe platzen.
00:35:52: also es gibt ja auch immer noch mal reichlich andere Themen wahrscheinlich, die damit zusammenhängen, dass es überhaupt so weit gekommen ist.
00:35:58: Genau
00:35:58: und in denen hat's mir tatsächlich auch gut getan.
00:35:59: Ja also aber im entscheidenden Punkt kam wir halt da nicht zum Ziel
00:36:05: sozusagen.
00:36:05: Da warst du noch nicht bereit?
00:36:06: Aus besalzen Gründen ja.
00:36:08: Und das hat sich dann immer weiter hochgeschaukelt weil ich ja immer andere Quellen suchen musste nach dem anderen erschöpft waren.
00:36:19: Wir haben am Ende nicht am Ende sondern im Jahr unser Haus verkaufen müssen.
00:36:26: Da ist dann leider noch dazu gekommen, wie es im Leben immer so ist, dass eine noch aus der Firma resultierende Steuerprüfung abgeschlossen wurde die eine hohe Nachzahlen glaube ich von fünfhundert oder sechshunderttausend rausgebracht hat.
00:36:39: das Kapital Die Rücklage dafür war nicht da und Dann haben wir überlegt kann man irgendwie das hause umgestalten Dass man drin bleibt und vermietet uns weiter aber dagegen oder haben dagegen entscheiden oder entscheiden müssen, weil es eben nicht richtig funktioniert hätte.
00:36:56: Und solche Dinge kommen dann auch noch natürlich dazu zur Unzeit die zum Leben dazugehören und so war danach ja das Haus auch weg.
00:37:04: Dann haben wir natürlich vom Kaufpreis was übrig gehabt mit dem man dann etwas anderes wieder kaufen konnte.
00:37:11: aber es wurde halt kontinuierlich weniger.
00:37:13: Ja und So hat sich eine Quelle nach der anderen quasi erschöpft sodass ich dann gucken musste wie kann ich weitermachen?
00:37:23: und dann weißt du irgendwann, übertrittst du die roten Linien?
00:37:26: Die man unter normalen Umständen nie übertreten würde.
00:37:30: Und so hat es später auch der Gerichtsgutachter und das Gericht festgestellt.
00:37:36: da finden einfach dann Persönlichkeitsveränderungen statt und auch Werte-Nivellierung, so nennen die das statt, die das dann zulassen dass du Dinge tust, die du normalerweise nicht tun würdest weil dein Fokus auf was ganz anderem liegt nämlich auf dem weiter Ich hol's zurück und ich schaff das und so weiter.
00:37:54: Und dann ist der Gedanke, du machst zwar jetzt was, was nicht in Ordnung ist aber es kommt keiner zu schaden weil jeder kriegt ja alles zurück.
00:38:02: Der Gedankel ist natürlich dann der letzte tödliche Gedanken der letzte Sagnagel sozusagen und bei mir war es dann ebenso.
00:38:11: Ich habe dann begonnen Gelder aus der Firma privat zu nutzen und später wieder zurückzuzahlen.
00:38:20: Das ist auch größtenteils gelungen, aber noch nicht immer rechtzeitig und so weiter.
00:38:26: Und hat natürlich dann zur Verwerfung geführt.
00:38:30: Vielleicht muss ich auch noch sagen, dass habe ich übersprungen.
00:38:33: Ich hab von meiner Firma irgendwann Anteile verkauft um Geld wieder zu haben für die Börse.
00:38:39: Das heißt, ich war auch dort nicht mehr alleine.
00:38:43: Nicht das es richtig gewesen wäre solche Dinge zu tun wenn du alleine bist, aber wenn du noch ein Partner in der Firma hast ist es natürlich noch mehr ein No-Go!
00:38:51: hat natürlich am Ende dann auch, weil es irgendwann auffällt zu Problemen geführt die dann irgendwo sich nicht mehr regeln lassen.
00:38:58: Und genauso habe ich versucht über Versicherungen, zumindest verschlimmerte Schadensfälle und so weiter Kapital zu schaffen.
00:39:08: Das geht natürlich auch nur begrenzt und ist genau so falsch wie die anderen Dinge.
00:39:16: aber so steigerst du dich dann in diese oder kommst du in dieses Fahrwasser rein.
00:39:21: Wenn du mal drin bist, blendest du irgendwann die Komponente.
00:39:28: Die moralische Komponentin sagt es geht nicht und das darfst du nicht.
00:39:30: Und die rechtlikomponenten blendest Du irgendwann aus.
00:39:33: Immer mit der Begründung ich muss weil ich muss was gut machen Ich kann jetzt nicht aufhören.
00:39:39: Ich kann die Leute nicht enttäuschen Um den Gedanken kreist dann alles.
00:39:45: Vielen Dank, ich finde das schon wieder richtig schön.
00:39:48: übergeleitet für die nächste Folge.
00:39:50: In der wird es dann darum gehen was war die Konsequenz dieser Überschreitung der roten Linie wie du es schon genannt hast?
00:39:58: Und wie ist es mit der Therapie weitergegangen?
00:40:00: Also, liebe Zuhörerinnen, schaltet auch in der nächsten Folge ein.
00:40:04: Wenn ihr euch selber angesprochen fühlt oder jemanden kennt, der eventuell auch ein kleines Problem hat mit dem Glücksspiel, dann meldet euch gerne unter ...
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